Winfried Sobottka : Einblicke in einen kranken Geist

1. Mai 2007

Über Winfried S.

by wisoblog @ 4:37

Er selbst bezeichnet sich als Anarchisten, wobei er nachweislich keine Ahnung davon hat, was Anarchie überhaupt bedeutet – vielmehr setzt er sie mit etwas gleich, was er „Basisdemokratie“ nennt. Der Widerspruch, dass Demokratie immer auch Herrschaft und Anarchie immer Herrschaftslosigkeit bedeutet, ist für ihn nicht existent. Sehr viel mehr existenter ist für ihn hingegen der „Satanismus“, bzw. das, was er darunter versteht. Im Umgang mit Winfried S. lernt man sehr schnell, dass er Begriffen schnell und gerne eine eigene Bedeutung gibt, die seiner Meinung nach als Allgemeingültig zu betrachten ist. Doch zurück zum Satanismus, bzw. dessen Anhänger. Dies sind alle, die eine andere Meinung haben als Winfried S. Doch es bleibt nicht dabei, dass die von ihm ernannten Satanisten eine andere politische Meinung als er haben, vielmehr trachten Sie ihm auch noch nach dem Leben. In seinen paranoiden Phasen spricht er zum Beipiel von einer geheimen, unterirdischen Verbindung zwischen der Dortmunder U-Bahn mit dem Sozialgericht und einer Polizeiwache. Durch diesen Tunnel glaubt er, von „Satanisten“ entführt werden zu können, falls er im Gericht erscheint. Und dies gibt er dann auch gerne mal als Hinderungsgrund an, wenn er als Kläger in einem Verfahren gegen die ARGE nicht vor dem Gericht erscheint. Anschliessend wundert er sich natürlich auch noch, dass das Verfahren nicht in seinem Sinne ausgegangen ist, was zu einer weiteren für ihn typischen Reaktion folgt: Er ruft zum Mord auf.  Die Liste derjenigen, die er gerne umbringen lassen würde, ist lang und reicht von der Bundeskanzlerin bis hin zu Lokaljournalisten. Auffällig dabei ist, dass Winfried S. offenbar nicht den Mut besitzt, die Taten selber zu begehen, vielmehr  ruft er seine imaginären Anhänger dazu auf.

Kurzum: Winfried S. ist ein politischer Spinner, der nicht einmal das Gesellschaftsmodell, als dessen Anhänger er sich ausgibt, wirklich kennt. Durch seine Vielzahl an Straftaten, die er im Rahmen seines Internetforums begeht und dabei auch vor bestiatlischen Mordaufrufen nicht zurückschreckt, rückt er mehr und mehr ins Interesse der Justiz und seiner Opfer. Seine erste Hauptverhandlung wegen Verunglimpfung und Aufrufen zur Gewalt erwartet ihn am 7. Mai 2007 vor dem Amtsgericht Lünen. Der Autor dieser Zeilen geht davon aus, dass es an diesem Tage nicht zu einem Schuldspruch kommen wird. Vielmehr wird ein psychiatrischer Gutachter beauftragt werden, denn die Schuldfähigkeit von Winfried S. wird sicherlich bezweifelt werden. Warten wir es ab – und ich will auch nicht bestreiten, dass ich mich über einen Schuldspruch freuen würde. Zumindest geht das Gericht von einer Freiheitsstrafe von mehr als einem Jahr aus – denn Winfried S. wurde ein Pflichtverteidiger zugeordnet.

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